Widnisküche im Sommer

Die ersten milden Wildkräuterpflänzchen schmecken jetzt herb und bitter, die Früchte sind noch nicht reif. Was kann ich jetzt alles trotzdem naschen, und wo finde ich es?

Der Waldrand ist die Zone wo die Qualitäten des feuchten Waldes und der freien offenen Wiese zusammen treffen. Hier finden wir meist viele Sträucher, Kräuter und Beeren. Die ersten Walderdbeeren leuchten rot und gleich daneben wächst der rote Klee auf der Wiese. Da kann ich den ganzen Kopf mit seinen unzähligen nach Honig duftenden Blüten naschen, oder auch trocknen und für Tee oder Streckmehl verwenden. Apropo Streckmehl: das ist eine alte Art und Weise wie man den jungen Austrieb und so manches hantiges Kräutlein trotzdem noch verwendet hat. Lange ist es geblieben als Tierfutter, aber in der Not taugt es auch hervorragend zum Überleben. frische Austriebe und Wildkräuter trocknen fein zerschneiden und stampfen bis es ein feines Pulver ist. Das verwenden wir zum Eindicken von Suppen, Eintöpfen oder direkt als Weedbrei. Vorsicht, wer an die Wildkräuterküche nicht gewöhnt ist, sollte sich langsam vortasten, am Beginn nur kleine Mengen essen.

Wildkräuter im Streckmehl: Samen des Spitzwegerichs, Roter Klee, Lindenblätter, Brennnesselspitzen, Giersch, Gänseblümchen, Beinwell, Melde, Gänsefingerkraut, wilde Rosenblüten, Samen der Wiesengräser, Spitzen der Nadelbäume (keine Eibe) Wilde Möhre, Kerbel, eigentlich alles was man so essen kann.

Tipp: Wir haben gelernt die Giftpflanzen zu erkennen und zu meiden, den Rest essen wir.